Aktuelle Projekte

Entwicklung eines vom Nutzerverhalten abhängigen Pufferspeicher- und Lastmanagements am Demonstrationsnahwärmenetz Bioenergie Nordhalben

Ziel des Projektes ist es, zusammen mit der Bioenergie Nordhalben, dem Hersteller von Wärmesystemen ENERPIPE und dem Hackschnitzelkesselhersteller HDG eine Schnittstelle zu entwickeln, wonach die Regelung des Hackschnitzelkessels die aktuelle Wärmeanforderung der Verbraucher erkennt. Dabei kann die Art der Anschlüsse und die Betriebsweisen der Verbraucher sehr verschiedenartig sein. Daraus abgeleitet soll die Leistung der Umwälzpumpe des Wärmenetzes und die Leistung des Hackschnitzelkessels angepasst werden, um Netz- und Speicherverluste im Heizhaus zu verringern. Energie Mitwitz und Communität Christusbruderschaft Selbitz KdöR stellen der Hochschule Hof in diesem Zuge ihre Wärmedaten für Analysen zur Verfügung. Startschuss ist der 1. Januar 2020. In zwei Förderabschnitten soll der Technologie- und Methodentransfer angestrebt werden. Diesem Projekt ist bereits ein erfolgreich abgeschlossenes Vorhaben unter dem Titel „PuLaMa“ vorausgegangen.


The Human Machine Interface in the context of self-driving cars

Aktuell befindet sich die Entwicklung der Industrie am Übergang vom teilautomatisierten zum hochautomatisierten Fahren. Dabei führt der zunehmende Wettbewerb, als erster mit einem voll autonomen Fahrzeug der SAE-Stufe 5 auf den Markt zu kommen dazu, dass sich die Unternehmen mit immer früheren Ankündigungen der Produkteinführung zu überbieten versuchen.

Als Nebeneffekt des intensiven Wettbewerbs der Automobil-OEM und der Zulieferer lässt sich eine Entkoppelung der technologischen Entwicklung von den Kunden beobachten: Die Fahrerassistenzsysteme werden immer mehr auf Autonomie getrimmt, während die Kunden gedanklich für die neuen Systeme noch gar nicht bereit zu sein scheinen. Diese Entwicklung kann anschaulich am Beispiel des automatisierten Park-Lenk-Assistenten verdeutlicht werden: Trotz der Verfügbarkeit dieser Technologie am Markt seit 2011 und des zunehmenden Einbaus dieser automatisierten Park-Lenk-Assistenten in Neufahrzeugen scheint die Nutzungsfrequenz weit unter den Erwartungen der Automobilhersteller sowie ihrer Zulieferunternehmen zu liegen.

In diesem Forschungsprojekt arbeitet die Forschungsgruppe ERUX mit der Valeo Schalter und Sensoren GmbH, einem der weltweit führenden Hersteller von Sensorik-Systemen in der Automobilindustrie, zusammen. In Kooperation mit den Standorten des Unternehmens in Kronach und Bietigheim-Bissingen wird untersucht, wo mögliche Hürden für die Akzeptanz von Fahrerassistenzsystemen (FAS) liegen und welche Maßnahmen geeignet sind, den Diffusionsprozess der neuen Technologien zu fördern. Schließlich sollte die Frage, wie hochautomatisierte Fahrzeuge zu gestalten sind, nicht nur aus technischer oder juristischer Perspektive, sondern in erster Linie aus Sicht der Kunden beantwortet werden, um die Kundenakzeptanz und damit den wirtschaftlichen Erfolg der FAS zukünftig sicherzustellen.


Schallanalyse

Die Hans Weber Maschinenfabrik GmbH fertigt am Standort Kronach unter anderem Schleifmaschinen und Extruder. Die Überwachung der Prozesse bei der Herstellung der Teile oder dem Betrieb der Maschinen stellt hohe Anforderungen an den Bediener. Erfahrene Bediener können aufgrund der Maschinengeräusche auf den Prozesszustand schließen.

Die SYS TEC electronic AG aus Heinsdorfergrund stellt kundenspezifische Elektronik her und entwickelt Software für deren Betrieb in der Kundenanwendung. Eine aktuelle Entwicklung bietet leistungsfähige Elektronik zur Erfassung und Vorverarbeitung von Körperschall.

Im Rahmen des Vorhabens soll verschiedene Sensorik (Schall, Körperschall) auf die Eignung zur Erfassung von Daten zur automatisierten Beurteilung des Prozesszustands getestet werden. Auch die Robustheit der eingesetzten Algorithmen soll im Hinblick auf mögliche Umgebungsgeräusche evaluiert werden und algorithmische Verfahren zur Eliminierung von Störgeräuschen erprobt werden. Im Rahmen des Projektes entsteht so ein Demonstrator mit einer flexibel zusammenstellbaren Klassifikationspipeline.


Studiengang „Innovative Gesundheitsversorgung“ am Lucas-Cranach-Campus in Kronach (LigTec)

Die demografische Entwicklung zeigt eine zunehmende Alterung der Bevölkerung in Deutschland. Dies führt unter anderem zu einer erhöhten Nachfrage nach Pflegepersonal und das, obwohl bereits heute Fachkräfte in Pflegeberufen fehlen. Die verstärkte Digitalisierung und der zunehmende Einsatz von Technik in der Pflege bietet eine Chance, dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen und Arbeitsbedingungen von professionell Pflegenden zu verbessern.

Überall mangelt es an Experten, die sowohl die Technik, als auch die Fachprozesse in der Gesundheitsversorgung verstehen. Die IT/Technik und die Gesundheitsversorgung verstehen sich wechselseitig nicht. An dieser Stelle setzt die Hochschule Hof mit dem Studiengang „Innovative Gesundheitsversorgung“ an. Ein interdisziplinärer Studiengang, der durch die Vermittlung branchenübergreifender Grundlagen Absolventen ausbildet, die folglich zu Brückenbauern zwischen den beiden Disziplinen werden. Die Module setzten sich aus den folgenden Bereichen zusammen:

  • Technik (Informatik/Ingenieurwesen)
  • Gesundheit/ Medizin/ Pflege/ Sozialwirtschaft
  • Betriebswirtschaft

Ab dem Wintersemester 2021/2022 werden am Lucas-Cranach-Campus in Kronach die ersten Studierenden begrüßt. Im Rahmen des Studiengangs lernen die Studierenden im Labor die aktuellen Technologien kennen. Im Vordergrund steht dabei die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Zur Vorbereitung des Campus wurden zunächst Use Cases für die Labore definiert, um darauf aufbauend, eine sinnvolle Ausstattung mit aktueller Hard- und Software festzulegen. Geplant sind vier Labore, in denen Lehrinhalte praxisnah angewandet werden können.

Um den Studiengang so praxisnah wie möglich zu gestalten, wird ein Netzwerk mit den in diesen Disziplinen tätigen Unternehmen aufgebaut.


Effiziente Erzeugung von hochauflösenden 3D-Karten für das autonome Fahren mit Hilfe von Datenfusion (HDMaps)

Für autonom fahrende Fahrzeuge werden sehr genaue 3D-Karten benötigt, die mit einer Genauigkeit im Zentimeterbereich das Umfeld der zu fahrenden Strecke darstellen. Mit Hilfe dieser Karten kann sich das Fahrzeug orientieren und seine genaue Position feststellen. Außerdem lassen sich so andere Verkehrsteilnehmer vor dem Hintergrund des statischen Umfelds erkennen, so dass das Fahrzeug angemessen auf eine Situation reagieren kann.

Die Erstellung solcher 3D-Karten war bisher mit einem hohen Aufwand verbunden, da die Daten mit verschiedenen Messfahrten erfasst und zum Teil auch manuell nachkorrigiert werden müssen. HDMaps strebt an, diesen Prozess mit Hilfe von ausreichend genauen Daten des Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung zu vereinfachen.


Digital Regions

Seit August 2019 ist die Hochschule Hof Teil des Interreg Europe Projektes DIGITAL REGIONS. Unter der Führung des irischen Projekt-Konsortialführers ERNACT (European Regions Network for the Application of Communications Technology) haben sich 7 weitere europäische Länder zu einem gemeinsamen Projekt zusammengeschlossen: Slowenien, Bulgarien, Rumänien, Spanien, Portugal, Deutschland und die Schweiz. Ziel des Projektes ist es, digitale Transformation bei kleinen und mittelständischen Unternehmen in der jeweiligen Region voranzutreiben. Die Hochschule Hof konzentriert sich dementsprechend auf die Umsetzung der Projektziele in Oberfranken und insbesondere im Kronacher Raum. Somit unterstützt das Projekt die Forschungsstelle „Mensch-Maschine-Interface“ dabei, die Vernetzung zu Unternehmen im Raum Kronach zu stärken und neue Projekte zu initiieren. DIGITAL REGIONS zielt darauf ab, sowohl die Förderinfrastruktur im Bereich Digitalisierung bei KMU zu verbessern als auch gemeinsame Technologietransfer-Projekte mit KMU zu planen und umzusetzen.


Co-Learning Lab II/2021: Wissenstransfer Digitalisierung mit neuen Themen und Technologien

Im Forschungsvorhaben CO-LEARNING LAB 2021 werden für Unternehmen im Kreis Kronach neue Methoden, Werkzeuge und Workshops nach dem Prinzip der vergangenen Co-Learning Labs entwickelt, um einen kreativen Einstieg in aktuelle Themen der Digitalisierung zu schaffen und um diesen gemeinsam zu meistern.
Die neuen Herausforderungen der Digitalen Transformation in der Produktions- und Arbeitswelt, heißen Industrie 4.0, Internet of Things, Additive Produktionsformen (3D Druck), Big Data, Visual Analytics, Virtual / Augmented Reality / und KI / Machine Learning. Diese lernen Mitarbeiter kennen, in dem sie zusammen experimentieren und in dieser Konstellation eine intrinsische Motivation gegenüber der digitalen Transformation der Arbeitswelt entwickeln. Agile Entwicklung wird direkt erfahrbar, weil in kürzester Zeit Konzepte erdacht und umgesetzt werden.
Die Bedarfe und Herausforderungen der beteiligten Partner werden in Zusammenarbeit mit dem Innovations-Zentrum Region Kronach e.V. ermittelt und zu zugeschnittenen Workshops und Projekten entwickelt.